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Das verlorene Paradies von John Milton

Das verlorene Paradies

Vor 400 Jahren wurde der englische Dichter John Milton (9. 12.1608 - 8.11.1674) geboren. Er kämpfte während des englischen Bürgerkrieges auf Seiten des englischen Parlaments, forderte in zahlreichen Schriften die Demokratisierung der Kirche, eine allseitige, praxisbezogene Erziehung, Pressefreiheit und das Recht auf Ehescheidung.

Unter Cromwell war er Staatssekretär im außenpolitischen Amt. Nach der Rückkehr der Stuarts wurde er kurze Zeit gefangen gesetzt und zog sich dann, vereinsamt und erblindet, auf sein literarisches Schaffen zurück.

Miltons Hauptwerk ist das vorliegende 10 565 Blankverse umfassende protestantische Epos " Paradise lost " (übersetzt von Adolf Böttger " Das verlorene Paradies "), das die Schöpfung des Menschen und den Sündenfall behandelt und durch seine kühnen allegorischen Bilder auf Klopstock und die englische Romantik gewirkt hat.

An diesem Buch habe ich ewig gelesen, weil die Thematik mir fremd ist und mich nicht wirklich mitreißt. Barocke Schriften setzen viel Geduld voraus, die ich bei biblischen Inhalten nur begrenzt aufzubringen vermag. Da ich meine Vorbehalte nur zu gut kenne, habe ich den Text langsam und diszipliniert gelesen und bewerte ihn in der Folge sehr bewusst mit 5 Sternen . " Das verlorene Paradies " ist wirklich exzellent geschrieben, viel zu umfangreich übrigens, um auf den Inhalt eingehen zu können. Ein Meisterwerk!

Leser, die die alte Schöpfungsgeschichte zu schätzen wissen, werden überrascht sein wie der tragische Fall des Menschengeschlechts hier beschrieben worden ist und welches Ringen sich zwischen den Mächten des Himmels und der Hölle abspielt. Von dem gefallenen Engel Satan und diversen Erzengeln ist die Rede, von Adam und Eva, der Vertreibung aus dem Paradies und der Erschaffung der Erde.

Sehr beeindruckend sind die Bilder von Gustave Dore. Heerscharen von kämpfenden, aber auch fliegenden Engeln hat er gezeichnet, Kopfgeburten also, die eine rege Fantasie voraussetzen.

Milton dokumentiert mit seinem Werk, dass das Gute nicht über das Böse gesiegt, sich stattdessen das Böse in der Welt festgesetzt hat, mit dem wir leider täglich immer zu ringen haben.

Empfehlenswert.








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