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Hundertwasser von Harry Rand

"Das Paradies ist immer da, aber wir zerstören es." ( Hundertwasser),

Vor einigen Jahren hatte ich das Glück die große Hundertwasser-Ausstellung in Darmstadt auf der Mathildenhöhe bewundern zu dürfen. Seither bin ich fasziniert von den Farben und raffinierten Formen dieses phantasiebegabten Künstlers.

Anlässlich des 25 jährigen Bestehens des Taschenverlags hat man die Chance eine Reihe sehr kostengünstiger Bildbände zu erwerben. Begeistert von dem Preis-Leistungsverhältnis habe ich in den letzten Monaten einige dieser Kunstbände gekauft. Vergangene Woche erwarb ich das Buch über das Leben und Werk Hundertwassers und bin hocherfreut von den dort vermittelten Eindrücken.

Nicht nur die vielen doppelseitigen Gemäldeablichtungen, wie etwa" Irinaland auf dem Balkon", der "Regenbaum" oder die "Ligurische Sonne" und mein Lieblingsbild im Buch "Regenbogenfenster" haben es mir angetan, sondern im Grunde alle gezeigten Kunstwerke, natürlich auch die architektonischen, nicht zuletzt sein Kunsthaus in Wien.

Der österreichische Maler und Grafiker Friedenreich Hundertwasser ( eigentlich Friedrich Stowasser)( 1928-2000) entwickelte in der Tradition Gustav Klimts und der ornamental wuchernden Jugendstildekoration einen poetisch-naiven, stark farbigen Stil gegenständlicher und abstrakter Figurationen.

Seine Malerei wurde vom expressiven Werk Egon Schieles und Erich Kampmanns bestimmt.

1949 nahm er den Namen Hundertwasser an. Nach Aufenthalten in Paris, Marokko und Tunis, die ihn zu einer dekorativ abstrakten Malerei angeregt hatten, wie Ablichtungen im Buch deutlich machen, erschien 1953 erstmals das sein Gesamtwerk durchziehende Leitmotiv der Spirale.

1956 entwickelte er die Theorie des "Transautomatismus" , die er 1956 in Paris veröffentlichte und 1957 zu einer "Grammatik des Sehens" ausweitete.

In diesen Gedanken sowie in der 1958 im Kloster Seckau erstmals vorgenommenen Vorlesung des "Verschimmelungsmanifestes gegen den Rationalismus in der Architektur" bekannte er sich zu einer voraussetzungslosen Veranschaulichung schöpferischer Impulse.

Die Verwandlung der Materie in organische Wachstumsringe und die Verzauberung der menschlichen Wünsche durch poetische Inhalte wurden seine vorrangigen Bildmotive.

In dekorativ ausgebreiteter Spiral- und Labyrinthformen unterschiedlicher Dichte sowie im schwelgerischen Farbzauber erfand er eine paradiesische Illusionswelt, die auf gewohnte geometrische, proportionale und perspektivische Verhältnisse vollkommen verzichtete.

Ein Aufenthalt in Japan 1961 bereicherte auch seine Technik um das Malen mit feinen geschmeidigen Bambuspinseln.

Seit 1967 schuf er seine ersten farbigen Grafiken und Metallprägungen.

In Zusammenarbeit mit Peter Schamoni entstand 1970-71 der Film "Hundertwassers Regentag". Nach elfjähriger Arbeit mit japanischen Holzschneidern beendete er 1973 die erste Holzschnittmappe. 1974 dann konzipierte er die Fußgängerzone der Seilergasse in Wien.

Anschließend lebte er häufiger auf Neuseeland. Die 70 er Jahre waren von zunehmenden Aktivitäten innerhalb der ökologischen Bewegung gekennzeichnet. Neben Bildern, Graphiken und Plakatentwürfen entstanden nun Architekturmodelle für Dachbewaldung und individuelle Fassadengestaltung. Einen Markstein in dieser Entwicklung stellt das Hundertwasserhaus in der Wiener Löwengasse dar.

Die Texte und Fotos im Buch verdeutlichen das Können dieses Künstlers ausgezeichnet, für den übrigens Folgendes feststand:

"Ein Künstler steht völlig außerhalb jeder Hierarchie,....er fühlt sich unter Menschen aller Klassen zuhause....Kunst muss Gutes tun. Ich möchte -und ich mache das instinktiv- den Menschen demonstrieren, für sie malen, ein Paradies, das jedem gehören kann, wenn er nur die Hand danach ausstreckt. Das Paradies ist immer da, aber wir zerstören es. Ich möchte zeigen wie einfach es im Grunde ist, das Paradies auf Erden zu finden."( Zitat: Seite 56)





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