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Kein Weg zu weit: Mein Leben zwischen Afrika und Europa von Almaz Böhm

" Nichts ist erfüllender, als einen Menschen, dem man in inniger Liebe zugetan ist, in allen Facetten kennenzulernen.", Zitat: Almaz Böhm


Die Journalistin Beate Wedekind zeichnet in dem von mir hier rezensierten Buch den ereignisreichen Lebensweg von Almaz Böhm, der Ehefrau des Schauspielers Karl- Heinz Böhm auf.


Böhm sammelte 1981 1.7. Millionen DM Spendengelder in " Wetten, dass? " und rief im gleichen Jahr die Hilfsorganisation " Menschen für Menschen " ins Leben.


Er ist die große Liebe der Äthiopierin. Mit ihm hat sie zwei Kinder. Sie ist es, die zu seiner engsten Mitarbeiterin im Kampf gegen Not und Armut in Äthiopien wurde.


" Menschen für Menschen " beschäftigt in besagtem Land etwa 800 Mitarbeiter, die bis auf 5 Europäer alle Einheimische sind. Tätig in der Organisation sind Sozialarbeiter, die nicht selten unter harten Bedingungen vor Ort arbeiten, aber auch Projektleiter, von denen verschiedene für Gebiete größer als manch deutsches Bundesland zuständig sind, außerdem Zollexperten, Mitarbeiter, die die Familienplanung und hier HIV/Aids-Aktionen organisieren und außerdem Kampagnen gegen schändliche Traditionen wie Kinderheirat und Genitalverstümmelung bei Mädchen durchführen, Koordinatoren, die Schulbauten planen aber auch Buchhalter, die die Projektbudjets verwalten. Hinzu kommen 35 Mitarbeiter in den Landesbüros in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien, welche mit Tausenden von ehrenamtlichen Mitarbeitern zusammenarbeiten und Öffentlichkeitsarbeit leisten. Diese sind das Bindeglied zu den Hunderttausenden von Spendern, die " Menschen für Menschen " seit Jahren die Treue halten und mit ihren kleinen und großen Beiträgen dafür sorgen, dass die Organisation in Äthiopien überhaupt aktiv werden kann.


Die Rinderzuchtexpertin Almaz Böhm ist 36 Jahre jünger als ihr Gatte. Sie berichtet von ihrer Kindheit, den blutigen Revolutionen im Land, den Folgen für ihre Familie, der Umwandlung Äthiopiens nach marxistischem Vorbild, den Kämpfen in Ogaden und dem Krieg mit Somalia, das Ansprüche auf das Ogadengebiet erhob. Sie berichtet weiter von ihrer Jugend in Addis Abeba , ihrer Studienzeit und wie der lang anhaltende Bürgerkrieg und die übergroße Dürre immer wieder zu Hungersnöten im Land führte. Die Belastungen für Äthiopien verstärkten sich durch die vielen Flüchtlinge aus den Nachbarländern Somalia und Sudan.


Im Alter von 22 Jahren begann die diplomierte Landwirtschaftexpertin in der Organisation " Menschen für Menschen " zu arbeiten. Sie erzählt packend von den Anfängen ihres Wirkens dort, aber sie lässt den Leser auch wissen wie sie ihren Mann kennengelernt hat.


In beruflichen Meetings war sie als junge Frau damals begeistert, dass Böhm zuhören konnte und sie spüren ließ, dass er ihr Fachwissen schätze. Sie liebte und bewunderte seine Erfahrung, seine Reife und seine Stärke und war fasziniert von dem Mann und von der neuen Welt , in die sie durch ihn Zugang bekam. Almaz schildert das gemeinsame Familien- und Arbeitsleben mit ihrem Mann Karl und zeigt auf wie sie als geschäftsführender Vorstand in Deutschland und Österreich sowie als stellvertretender Stiftungsrat von " Menschen für Menschen" in der Schweiz heute die Arbeit ihres Mannes mit großem Engagement fortsetzt.


Im Hinblick auf ihren Gatten sagt sie, dass er ihr vorgelebt hat, dass Wut über Ungerechtigkeit zwischen Arm und Reich ein guter Lehrmeister und dass Enttäuschung eine Schwäche sei. Mit Karl teilt sie ihre Liebe zu den Menschen, den Respekt vor den Menschen, den Umgang mit den Menschen und den Zugang zu den Menschen. Mit ihm teilt sie auch die Grundwerte des Lebens- Geradlinigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Treue und Beständigkeit. Die absolute Gemeinsamkeit mit ihrem Gatten empfindet sie als die große Bereicherung ihres Lebens. Mit seinem Lebenswerk verantwortungsvoll umzugehen und seine Arbeit in seinem Sinne fortzusetzen empfindet sie als das Mindeste, das sie dem Mann , der sie so glücklich macht, zurückgeben kann.


Eine Frau, von großer Herzenbildung, deren Engagement man unterstützen sollte.





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