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Rezension: Alatriste-DVD

Hast Du einmal inne gehalten und darüber nachgedacht, dass es immer damit endet, dass man sich umbringt?

Das Zitat ist der Kopfzeile ist die Kernaussage im Film, die anhand vieler beispielhafter Szenen immer wieder aufs Neue visualisiert wird. " Alatriste " ist ein Film über die Brutalität kriegerischer Auseinandersetzungen zu Beginn der Neuzeit, also im 17. Jahrhundert, wie sie sich damals in vielen europäischen Ländern , religiös legitimiert, zutrug. Handlungsorte sind Flandern und Spanien.

Obschon dieser Streifen eine Reihe bemerkenswerter Fechtszenen aufweist, ist er kein farbenprächtiges " Mantel- und Degen-Machwerk ", sondern ein sehr düsterer Film , frei von Kitsch-Elementen, der sich mit Kriegalltag während des Dreißigjährigen Krieges befasst. Kaltblütig wird gemordet, Menschen werden zuhauf erschossen, erstochen, erdolcht, bekommen die Kehlen durchgeschnitten, die Köpfe abgehackt, alles zum Wohle der herrschende Klasse ( in diesem Falle der spanischen) , die ihre Pfründe auf diese Weise sichern möchte.
Gezeigt werden die Kriege, die Philip IV führt. In Flandern geht es zunächst darum die rebellischen Protestanten zu schwächen. Später versucht Frankreich mittels Krieg die Hegemonie Spaniens zu brechen. Diese Konflikte sind Teile des Dreißigjährigen Krieges.

Alatriste , der Protagonist des Films, betreibt das Kriegshandwerk seit frühester Jugend. Seine strategischen Fähigkeiten werden von der Oberschicht zu ihrem Vorteil genutzt. Er, wie auch alle anderen Soldaten, werden für ihre kriegerischen Einsätze allerdings selten entlohnt. Oft haben sie noch nicht mal genug zu essen und sind erbärmlich gekleidet.

Ihr Tun hinterfragen diese Männer nicht. Das Soldatenleben ist für sie gottgewollte Normalität. Morden, das sie als Ergebnis von Kampf begreifen, hinterfragen sie nicht ethisch. Es ist ihnen keinen Gedanke wert, wenn sie anderen die Kehle durchschneiden.Interessant zu sehen, wie sich Aggression in solchen Kämpfen aufbaut, um sich dann grausam zu entladen. Man erlebt Alatriste und seinen Pagen im Laufe des Films aber auch als zärtlich liebende, hingabebereite Männer, wodurch deutlich wird, dass die Umstände für das Verhalten von Menschen nicht ohne Bedeutung sind.

Muss tatsächlich dauerhaft alles damit enden , dass man sich gegenseitig umbringt? Oder ist dies zu umgehen, wenn man sich ernsthaft um mehr Ethik bemüht? Werden einige Wenige - solange die Erde besteht - immer wieder die Möglichkeit erhalten, ihres Vorteils wegen andere zum Morden zu bewegen? Ist dies ein Naturgesetz? Oder werden die Menschen irgenwann mündig sein und sich der Gier breiter Teile der jeweiligen Oberschicht widersetzen? Wodurch kann die Menschheit diese Mündigkeit erreichen? Was muss anders werden?









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