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Rezension: Handorakel und die Kunst der Weltklugheit von Balthazar Gracian

Bedauernswert, dass man sich so genannte Lebensklugheit erst im Laufe vieler Jahre, wenn überhaupt, aneignen kann. Wie erfreulich wäre es doch, wenn man die dreihundert Betrachtungen aus Gracians Handorakel gewissermaßen als Rüstzeug mit auf den Weg bekäme, den Inhalt seiner Sentenzen schon frühzeitig begreifen und danach handeln würde!

Vor wie vielen Fehlern bliebe man doch bewahrt!

Allzeit wäre man auf der Hut gegenüber Unhöflichen, Eigensinnigen, Anmaßlichen und Narren jeder Art.

Immer würde man sich in seinen Meinungen mäßigen und stets so handeln als würde man gesehen.

Man würde nie mehr hastig leben, aus seinen Feinden Nutzen ziehen, seine Antipathien meistern und sich auch keiner Launenhaftigkeit mehr hingeben. Wüßte man doch per se, dass nur wer umsichtig, klug, verständig, überlegt, tapfer, redlich und wahrhaftig handelt, im Leben liebenswürdig und im Tode denkwürdig sein kann.

Man ließe sich nicht mehr täuschen, denn man begriffe von Anbeginn an, dass nur und nur darin die tatsächlich erstrebenswerten Lebensziele zu erblicken sind...!

Lassen wir den Denker selbst zu Worte kommen:

"Schnell genug geschieht, was gut geschieht. Was sich auf der Stelle macht, kann auch auf der Stelle wieder zunichte gemacht werden: aber was eine Ewigkeit dauern soll, braucht eine, um zustande zu kommen. Nur die Vollkommenheit und Gründlichkeit hat Dauer. Was viel wert ist, kostet viel. Ist doch das edelste Metall das schwerste." Sentenz 57








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