.

.

Rezension: Leibnitz von Kuno Fischer

"Die Gerechtigkeit ist nichts anderes als die Nächstenliebe des Weisen." ( Leibniz)

Autor des Buches ist der bedeutendste Philosophiehistoriker des 19. Jahrhunderts Kuno Fischer (1824-1907). Er stellt darin das Leben, die Werke und die Lehre des Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) vor. Herausgegeben wurde das Buch von Prof. Dr. Thomas Sören.

Das Werk ist unterteilt in drei Bücher mit verschiedenen Kapiteln und zahlreichen Unterkapiteln.

Das erste Buch enthält " Leibnizens Leben und Schriften ", das zweite Buch seine Lehre und das dritte Buch zeigt den Weg von Leibniz zu Kant auf.

Leibniz wurde 1676 Bibliothekar und Rat des Herzogs Johann Friedrich von Braunschweig-Lüneburg in Hannover, später Hofgeschichtsschreiber. Er regte die Gründung der " Societät der Wissenschaften " ( später preußische Akademie der Wissenschaften ) in Berlin an. Leibniz war ein bedeutender Mathematiker. Er trug unabhängig von Newton entscheidendes zur Entwicklung der Infinitesimalrechnung bei und entwickelte das Dualsystem. Ferner war er Rechtsgelehrter, politischer Schriftsteller, Geschichts- und Sprachforscher. Als Techniker konstruierte er 1675 die erste Rechenmaschine mit Staffelwalzen.

Mit nahezu allen bedeutenden Gelehrten Europas stand der große Denker in regem Briefwechsel. Als Philosoph hat Leibniz ein nicht mechanisches, rationalistisch-idealistisches Denkgebäude entworfen, dass die mechanische Naturerklärung Decartes` durch die Einführung des Begriffs der Zweckursachen mit dem religiösen Glauben zu versöhnen suchte.

An die Stelle der " toten " Atome setzte Leibnitz individuelle, beseelte oder " nackte " , nicht ausgedehnte, äußeren mechanischen Einwirkungen unzulängliche Substanzen, deren Lebensgrund die unendliche Urmonade der Welt, die Gottheit, bilde.

In jeder dieser Monaden spiegelte sich das Weltgeschehen mit verschiedenen bewussten und unbewussten Graden der Wahrnehmung, in den nackten Monaden als Bausteinen der Materie in unbewusster Weise. Die Weltvorgänge in den einzelnen fensterlosen Monaden sollen durch einen von vornherein von Gott angelegten Gleichklang aufeinander abgestimmt sein.

Die Ansicht, dass die Welt die vollkommenste aller möglichen Welten sei, benutzt Leibniz zur Rechtfertigung Gottes.

Die Frage der Leibnizschen so genannten Theodizee ist: Wie kommt es, dass in der vollkommensten aller Welten übergenug an Leiden, Unvollkommenheit und Böses vorhanden ist? Die Antwort macht u .a . deutlich, dass das Böse für ihn nur ein Mangel an Gutem sei, das von Gott im Rahmen seiner Schöpfung als Mittel der Bewährung und Prüfung eingesetzt wurde, damit schließlich auch aus ihm Gutes fließe. Ein von Gott geschaffenes Wesen muss nach der Vorstellung von Leibniz in seiner Unvollkommenheit sündigen, besonders, wenn ihm Gott die Gabe der Freiheit verliehen hat.

Die Charakteristik und Kritik der Leibnizschen Lehre, sowie deren Fortbildung an dieser Stelle zu erörtern, sprengt leider den Rahmen einer Amazon-Rezension.










Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen