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Rezension : Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Rheinhessen

Am besten Sie quartieren sich im "Trüffel Haus" ein und bereisen von dort aus Rheinhessen.,,

Mit großer Begeisterung habe ich die soeben erschienene " Entdeckungsreise durch Rheinhessen" gelesen. In dieser Region Deutschlands fahre ich an Wochenenden sehr gerne Fahrrad und kenne beinahe alle im Buch beschriebenen Orte seit meiner Kindheit.


Die Autorinnen Martina Kunze-Escribano und Magdalena Ringeling sowie der Fotograf Karl Jotter nehmen den Leser mit auf die Reise durch diese schöne Gegend und stellen Landschaften, Sehenswürdigkeiten, Hotels, Restaurants, Weingüter und anderes mehr vor.

Eine Übersichtskarte auf den ersten Seiten zeigt welche Orte zu Rheinhessen zählen. Die angegebenen Zahlen sind identisch mit den Seitenzahlen der einzelnen Betriebe in diesem Buch und bezeichnen ihre Lage in der Region.

Die Reise beginnt in der Nibelungenstadt Worms. Bereits vor über 7000 Jahren siedelten in der Nähe des romanischen Domes an diesem Ort die ersten Menschen. Die Autorinnen erinnern an die Nibelungen, die einst dort lebten, an die alljährlich vor dem Dom stattfindenden Nibelungen-Festspiele.

Man erfährt Näheres über den romanischen Kaiserdom und über das Lutherdenkmal, aber auch über die einstige große jüdische Gemeinde. Erwähnt wird die Judengasse mit ihrer Synagoge und dem Bad und das " Raischa-Haus ", in welchem das jüdische Museum untergebracht ist.

In Speyer befindet sich auch Europas ältester jüdischer Friedhof. Die Inschriften dort berichten von mittelalterlichen Rabbinern und ihren Schülern.

Unweit von Worms liegt das "Herrnsheimer Schloss". Über den Weinsommer dort wird ausführlich berichtet. Das kulturelle Programm mit Livemusik und bildenden Künstlern wechselt jährlich.

Die Wonnegauer Ölmühle vor Ort sollte man besuchen. Der Diplom-Biologe Thomas Steger bereitet aus hochwertigen Rohstoffen köstliche Öle zu. Viele der Grundstoffe werden in der Region bezogen. Das gilt für Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln und Sonnenblumenkerne, natürlich nicht für Pistazien und dergleichen mehr.

Ausführlich liest man vom Wein, dem Wandern und der Kultur im Wonnegau und in diesem Zusammenhang von den zahlreichen Trullis. Das sind runde steinerne Mini-Weinberghäuschen, die den Winzern Schutz vor Wetterüberraschungen bieten. Einzelne Weingüter im Wonnegau werden hervorgehoben, aber es wird auch vom Wirken der Kräuterhexen berichtet. Ulrike Wirth aus Wöllstein bietet Kräuterseminare an und sensibilisiert die Seminarteilnehmer für den gesundheitlichen Nutzen der alten Hausmittel.

Des Weiteren wird der Spargelanbau in der Gegend thematisiert. Gefallen hat mir ein Foto in Großformat, das einen Spargel zeigt, der gerade gestochen werden soll.

Das in der Folge präsentierte Spargelrezept ist äußerst delikat, also etwas für Feinschmecker: "Lachstatar auf roh mariniertem Spargel und pochierte Pfefferbirnen".

Berichtet wird ausführlich über die wunderbaren Radwege in Rheinhessen . Zu den Klassikern zählt die Route, die südlich von Worms beginnt und zwar dort in den Auen des Altrheins. Immer entlang des Flusses führt sie 60 km durch viele höchst bemerkenswerte Ortschaften und erstreckt sich bis in die Weinorte Oppenheim, Nierstein und Nackenheim. Eine überaus idyllische Strecke.

Man lernt das "Weingut der Stadt Alzey" kennen und auch ein recht nettes Restaurant dort: " Restaurant Alea". Über die Tradition und die neuen Ideen der Winzer in Rheinhessen wird man aufgeklärt und man liest von einer Reihe guter Weingüter. Diese alle zu benennen führt allerdings an dieser Stelle zu weit.

Sehr schön wird Oppenheim und Nierstein direkt am Roten Hang beschrieben. Dort wachsen übrigens vorzügliche Weine. Erwähnt wird die gotische Katharinenkirche in Oppenheim und auch die Burg Landkrone. Hier finden alljährlich die Oppenheimer Festspiele statt.


Ein exzellentes Hotel & Restaurant in Oppenheim ist das " Hotel Zwo". Diesen Namen sollte man sich merken. Die Küche wartet im Buch mit dem Rezept "Rib-eye-Medaillons mit grünen Linsen im Honig-Tymian-Jus" auf und dokumentiert auf diese Weise ihr Können. Am Ende des Buches werden die Städte Mainz und Wiesbaden fokussiert. Der Mainzer Dom ist ein Thema aber auch die Chagallfenster in der St. Stephanskirche. Hingewiesen wird ferner auf das Gutenbergmuseum und andere Sehenswürdigkeit in dieser Karnevalshochburg.

Die Kurstadt Wiesbaden verfügte einst über 26 heiße Quellen. In welcher Weise sich der Badeluxus heute zeigt bleibt nicht unerwähnt. Sehr schön, dass man das " Trüffel Haus" von Dr. Stirn hervorgehoben hat. Es ist nämlich das lukullische Highlight in der Stadt. Das Hotel ist sehr gut, das Delikatessengeschäft und das Restaurant ebenfalls. Dr. Stirn bietet interessante Wochenendarrangements an: Zwei Übernachtungen inklusive Frühstücksbüffet für zwei Personen im premium Class Doppelzimmer, ein Glas Morello Spumante zum Empfang, freier Eintritt in das Wiesbadener Spielkasino im Kurhaus, 60 - minütige Stadtrundfahrt mit der Mini-Straßenbahn "Thermine" und ein Degustationsmenü mit korrespondierenden Weinen für zwei Personen im Morello.

Das "Trüffel Haus" ist mit Abstand die beste Adresse. Stirns Trüffelnudeln schmecken göttlich. Schön , dass sein Koch das Rezept im Buch verraten hat.






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