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Rezension: Berühmte Briefe aus dem Exil von Marcus Tullius Cicero

" Ach mein Licht, meine Sehnsucht...."( aus einem Brief Ciceros an seine Ehefrau Terentia),


Der römische Politiker Redner und Philosoph Cicero (106 v. Chr.- 43 n. Chr.) vereitelte 63 v. Chr. als Konsul die Verschwörung des Catilina. Unter dem Druck der Machtverhältnisse ging er 58/57 ins Exil. Aus dieser Zeit stammen die im Buch beinhalteten Briefe.

Erst in der Zeit danach entstanden seine Hauptwerke. 51 wurde Cicero als Stadthalter nach Kilikien geschickt. Im Bürgerkrieg zwischen Pompeius und Caesar entschied er sich für Pompeius, erlangte aber später die Gunst Caesars. Nach dessen Ermordung (44) trat Caesar für die Wiederherstellung der Senatsherrschaft ein und geriet in Gegensatz zu Marcus Antonius, gegen den er seine 14 philippischen Reden richtete. Dieser ließ ihn nach Abschluss des 2. Triumvirats auf die Proskriptionsliste setzen und ermorden.

Cicero gilt als einer der größten römischen Redner, seine Schriften beeinflussten erheblich das abendländische Denken.

In der Einleitung wird das Leben Ciceros skizziert.

Anschließend erfährt man, dass Briefe in der Antike auf Wachstäfelchen oder Papyrus geschrieben wurden. Die Briefe wurden mit einem Bändchen und mit Wachs versiegelt.

Obgleich die hier versammelten Briefe private Gebrauchsbriefe sind, wurden sie fast alle in schöner Sprache und stilisierter Form verfasst. Man erfährt, dass Briefe entweder einem Sklaven diktiert oder, wenn sie persönlicher Natur waren, mit eigener Hand geschrieben wurden. Cicero diktierte Briefe nur, wenn er krank oder auf Reisen oder sehr beschäftigt war. Das bezeugt er in diversen Briefen. Selbst in Phasen tiefster Verzweiflung, Sorge und Enttäuschung, bemüht sich der Römer um eine ausgefeilte, mit Stilmitteln geschmückte Sprache.

Nachdem der Leser über einige Seiten hinweg über die Vorgeschichte zu Ciceros Exil und die Zeit des Exils informiert worden ist, folgen die berühmten Briefe, die in lateinischer und deutscher Sprache abgedruckt sind.

Diese Briefe wurden von dem italienischen Humanisten Francesco Petrarca wieder entdeckt. Lange Zeit galten sie als vermisst.

Es handelt sich um Briefe an seinen Verleger Atticus, an seinen Bruder Quintus und an seine Ehefrau Terentia und die gemeinsamen Kinder.

Auf die einzelnen unterschiedlichen Inhalte der knappen Briefe einzugehen sprengt leider den Rahmen dieser Rezension.

Wie man einem Beitrag über Ciceros Leben nach dem Exil entnehmen kann, trennte er sich nach seiner Rückkehr 47 oder Anfang 48 von seiner Frau , weil er sich wirtschaftlich von ihr betrogen fühlte, da sie ihn nicht an ihrem Testament beteiligte. Die Ehe zwischen den beiden hatte 30 Jahre gehalten, obschon in Rom zu jener Zeit eine Scheidung unproblematisch war.

Aus dem Exil in Thessaloniki schreibt er u.a an Terentia:

" Was Du von unserem Haus schreibst, d.h. vom Grundstück, ich werde mich wahrlich erst rehabilitiert fühlen, wenn es uns zurückgegeben sein wird. Das liegt allerdings nicht in meiner Hand. Ich bedauere, dass Du von den Kosten, die aufzuwenden sind, einen Teil übernehmen musst, da Du elend und beraubt bist. Wenn dieser Handel klar geht, werden wir alles wiedererlangen; wenn nicht. Wenn uns aber das Schicksal bedrückt, wirst Du Arme dann auch noch Deine übrigen Güter opfern? Ich beschwöre Dich, mein Leben, was die Kosten anbelangt, versuche nicht ohne die anderen, die können, wenn sie nur wollen, sie auf Dich zu nehmen und Deine schwache Gesundheit zu belasten, wenn Du mich liebst. Denn mir stehst Du Tag und Nacht vor Augen, ich sehe Dich alle Mühen auf Dich nehmen und fürchte, dass Du dich übernimmst. Ich sehe aber, dass an Dir alles liegt. Daher achte auf Deine Gesundheit, damit wir erlangen, was Du hoffst und was Du betreibst. ..

Leb wohl, meine Sehnsucht, leb wohl."
Die Briefe Ciceros an seine Frau sind ein Dokument dafür, das nichts auf diese Welt von Dauer ist.......










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