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Rezension: der Verfolger

Weil er den idealen Ton nicht fand

Der Musikkritiker Bruno schreibt ein Buch über die Jazz-Legende Johnny Carter. Besagter Saxophonist hat, wie der Autor berichtet, in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts den Jazz revolutioniert. Bruno, der sich mit Johnny immer wieder trifft und fasziniert ist von dessen virtuosem Können, sieht, dass das eigentliche Bemühen des Musikers darin besteht, dem idealen avantgardistischen Ton hinterher zu spüren. Allerdings bekommt der überaus talentierte Künstler diesen niemals wirklich zu fassen, weil der begehrte Laut bereits in eine neuere Zeit gerückt zu sein scheint. Das Verfolgen des genialen Tons zermürbt Carter auf Dauer, ja macht ihn vielleicht sogar schizophren. Er flüchtet in den Drogenkonsum und zerstört sich auf diese Weise unaufhaltsam.

Cortazar, der es in diesem Roman geschafft hat, Jazz in Sprache umzusetzen, konstatiert, dass es den großen Jazz-Musikern im Grunde nicht gelungen sei, dialektische Konsequenzen aus ihren Werken zu ziehen und die Grundlagen, sowie Transzendenz dessen zu postulieren, was sie gerade improvisierten. Genau das hat wohl zum persönlichen Niedergang des Protagonisten geführt.

Ein beeindruckender Roman!





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