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Rezension: Die Aspernschriften

Hier ist der Preis der Kunst die Gunst

Ein amerikanischer Literaturwissenschaftler reist im vorletzten Jahrhundert nach Venedig, um dort Kontakt aufzunehmen mit der mittlerweile steinalten Muse eines berühmten, längst verstorbenen Dichters. Die hochbetagte Dame bewohnt gemeinsam mit ihrer blassen, auch nicht mehr taufrischen Nichte, die ihr gewissermaßen als Nurse zu Seite steht, einen morbiden Palazzo und hält sich ganz bewusst von ihren Mitmenschen fern. Die Greisin lebt mit ihren Erinnerungen, was konkret heißt, sie lebt mit den Briefen des toten Dichters Aspern. Dem jungen Literaturwissenschaftler gelingt es - inkognito - sich bei den verschrobenen Damen einzumieten. Auf diese Weise hofft er an die , der Öffentlichkeit noch fremden Aspern-Schriften zu gelangen. Den Preis, den der Mann für die begehrte Habe zahlen soll, ist ungewöhnlich und erfordert eine baldige Gewissensentscheidung .......!

Eine hervorragende Erzählung mit einem sehr interessanten Nachwort von Bettina Blumenberg. Sie lässt den Leser wissen, dass der Erzählung eine Anekdote aus Florenz zugrunde liegt und berichtet in der Folge über diese kleine Begebenheit. Auch weist Blumenberg darauf hin, dass Henry James durch seinen Text der Dichter Lord Byron, Shelley und Puschkin gedacht habe. Die Botschaft des Schriftstellers lautet, so erfährt man, ein Leben sei freudlos und verfehlt, wenn es sich fern von allem abspielt, was reizvoll sein könnte und so trete anstelle eines solchen Lebens die Kunst!

Ein empfehlenswertes Buch, das zum Nachdenken anregt!


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