.

.

Rezension: Mein Leben als Minenräumerin

Die Arbeit mit der Minensuchnadel

In sechzig Ländern dieser Erde gibt es als diabolische Hinterlassenschaft von Kriegen so genannte Todeszonen. Dort liegen, tückisch verborgen, unter der Erde eine Vielzahl unterschiedlichster Anti-Personenminen. Das erklärte Ziel dieser Minen soll die qualvolle Verstümmlung von Mensch und Tier sein.

Die Autorin dieses Buches hat sich der Aufgabe gestellt, diese Todeszonen ausfindig zu machen und vom Detonationsmaterial zu säubern, um auf diese ganz konkrete Weise humanitäre Hilfe zu leisten. Vera Bohle, im bürgerlichen Beruf Fernsehredakteurin, besucht im Alter von neunundzwanzig Jahren in Dresden die " Sprengschule " und lässt sich dort zur Minenräumerin ausbilden. Dort lernt sie Schützen-, Panzer-, Tret- und Splitterminen zu entschärfen und mit weiterem lebensgefährlichem Kriegmaterial umzugehen.


Ihren ersten Einsatz hat Bohle im Kosovo, wo sie der Gefahr mit der Minensuchnadel auf der Spur ist und stets auf's Neue fündig wird. Sie berichtet von ihren Erfahrungen in diesem Land, von den politischen Hintergründen, die zum Krieg auf dem Balkan und zu dem unsäglichen Nachlass geführt haben , den es nun zu beseitigen gilt. Die Autorin schult vor Ort Minensucher und setzt sich immer und immer wieder der Gefahr der Entschärfung und Sprengung von Minen und Blindgängern aus.

Sie arbeitet in Mosambik und Simbabwe und berichtet von dem Terrorkrieg der Frelimo gegen die mosambikanische Regierung, mit allen furchtbaren Folgen, wie etwa dem weit verzweigten System von Minenfeldern. In Afghanistan, wo sich Vera Bohle ebenfalls aufhält, ist die gesamte Infrastruktur des Landes wegen Minengefahr zusammengebrochen. " Um Städte, Gemeinden, Flughäfen, staatliche Versorgungseinrichtungen und Schulen herum, in Wasserkanälen, Wegen und Feldern " überall droht die Gefahr. Bohle konstatiert. " Die Menschen kämpfen um ihr Überleben und riskieren dafür den Tod. Es bleibt ihnen vielleicht gar nichts anderes übrig im Augenblick."

Ein sachlicher , gleichwohl bewegender Bericht einer bewußten, unglaublich tapferen Frau, die dafür sorgt, dass Kinder mit beiden Beinen durchs Leben gehen können.





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen