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Rezension: Personaggi italiani Italienische Persönlichkeiten: Achtzehn biografische Skizzen von Massimo Marano (Taschenbuch)

Weshalb bitte wurde Casanova in die Bleikammern gesperrt?

Massimo Marano skizziert in diesem Büchlein das Leben von achtzehn italienischen Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Epochen. Die jeweiligen Texte stehen dem Leser in italienisch und deutsch zur Verfügung und eignen sich damit nicht nur zur historischen Schnellinformation , sondern auch zu kleinen, kurzweiligen Übersetzungsübungen.

Wer war Poppaea und weshalb wurde ihr der Beiname Augusta verliehen? In welcher Beziehung stand sie zu Seneca?

Wie war es möglich , das ein einfacher Hirtenjunge namens Giotto zum engsten Freund Dante Alighieris aufstieg?

Amerigo Vespucci , der Gegenspieler von Kolumbus, wurde in Florenz geboren. Wie es dazu kam , dass der junge Mann fernab von allen Weltmeeren sich für die Seefahrt zu interessieren begann, wird von Marano ebenso knapp aber einprägsam geschildert, wie die Machenschaften des Papstes Alexander VI , der seine schöne , intelligente Tochter Lucrezia heiratspolitsch immer wieder für seine Machtziele einsetzte, bis sie schließlich nach ihrer achten Schwangerschaft verstarb.

Zu Anfang des 16.Jahrhunderts lebten elftausend Kurtisanen in Venedig. Veronica Franco war eine von ihnen. Der berühmte Maler Tintoretto malte einst diese schillernde Frau von zweideutigem Ruf. Was die Schöne von anderen Kurtisanen unterschied, berichtet der Autor dem neugierigen Leser.

Galileo Galilei entdeckte nicht nur die Gebirge und Krater der Mondoberfläche , sondern er schrieb u.a. einen Traktat über Astronomie " Sidereus Nuntius", der europaweit für Aufsehen sorgte. Weil Galilei seine Schriften dem kopernikanischen Weltbild näherte, wurde er wegen Ketzerei angeklagt. Obgleich er seine Thesen widerrief , verurteile man ihn zu strengem Hausarrest. Erst 1992 sprach ihn die katholische Kirche vom Vorwurf der Häresie frei. Zu diesem Zeitpunkt war Galilei schon 350 Jahre tot.

Tiepolo malte im Auftrag des Fürstbischofs von Greiffenclau das Gewölbe des Treppenaufgangs der Würzburger Residenz mit Fresken aus. Auch der spanische König bat ihn seinen Palast auszuschmücken. Über dieses und sein intensives künstlerisches Schaffen in Italien bleibt man bei der Lektüre dieses Textes nicht im Ungewissen.

Auch mit Casanova geht man auf Tuchfühlung. Dass er in Padua promoviert hat, ist nicht jedem bekannt.

Wer kennt die Lebensgeschichte der ersten italienischen Ärztin? Maria Montessori erkannte schon 1896, dass eine verzögerte geistige Entwicklung oder eine Behinderung eines Kindes oftmals nicht medizinische , sondern pädagogische Ursachen hat. Sie entwickelte eine Schulmethode für behinderte Kinder. 1904 wird sie Professorin für Anthropologie an der Universität Rom . 1950 erhielt sie im Alter von achtzig Jahren den Friedensnobelpreis.

Ein Autor, der mit seinem Buch, Neugierde zu wecken versteht.

Empfehlenswert.





 

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