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Rezension: Schwester Löwenherz von Fadumo Korn mit Inge Bell

Fadumo Korns Kampf gegenüber Gewalt an Frauen.,


Nicht grundlos habe ich gestern im Rahmen einer Rezension erneut auf die Menschenrechte hingewiesen, denn diese werden weltweit immer wieder mit Füßen getreten. Die Autorin Fadumo Korn wurde in Somalia geboren, einem Land, das seit Jahren vom Bürgerkrieg heimgesucht ist und zudem durch Dürre und Überschwemmungen dort lebende Menschen dazu veranlasst, vor diesem unerträglichen Leid zu fliehen und Asyl zu suchen.
Frau Korn, die heute in München lebt, berichtet von ihrem Werdegang und ihrem Engagement im Hinblick auf die Wahrung der Menschenrechte. Sie arbeitet als Dolmetscherin für Asylbewerber und schreibt nicht zuletzt von deren Nöten und deren Schamgefühlen, auf die leider nicht immer Rücksicht genommen wird. Die afrikanischen Asylanten kommen mitunter aus der Hölle. Häufig sind sie körperlich und seelisch unendlich verletzt worden. Es ist so wichtig bei den Befragungen auf all das Leid, das sie erlebten, Rücksicht zu nehmen und sensibel jeden Einzelfall zu betrachten. Oft besitzen die Flüchtlinge keine Papiere, keine schriftlichen Nachweise und Dokumente, weil diese in den Wirren von Kampfhandlungen verloren gingen.

Frau Korn berichtet u.a. von der hohen Aggressivität in Asylberwerberheimen. Die Menschen sind nicht selten auf engstem Raum zusammengepfercht und durch Kriegerlebnisse traumatisiert. Frauen sind oft von sexuellen Übergriffen betroffen. Aber Frauen gilt nicht nur deshalb Korns besondere Fürsorge. Die Menschenrechtlerin setzt sich massiv gegen die Beschneidung junger Mädchen ein. Rund 20.000 weibliche Beschneidungsopfer- zumeist aus Afrika- leben derzeit in Deutschland. Geschätzte 4000 Mädchen in Deutschland sind derzeit akut von der Beschneidung bedroht. Die Macht der Tradition wirkt hier noch ungebrochen. Diese Mädchen werden zumeist nach Afrika geschickt- unter dem Vorwand dort Verwandte zu besuchen- und in Wahrheit beschnitten. Mitunter kehren diese Mädchen nicht mehr zurück. Korn setzt sich gegen die Mädchenbeschneidung pausenlos ein, hält Vorträge, auch an Schulen. Sie klärt auf. Als junges Mädchen wurde sie selbst Opfer einer Beschneidung, in deren Folge sie schwere rheumatische Beschwerden erlitt.

Als Vorstandmitglied der Organisation "Forward Germany e.V. Frauenloft" steht sie auch der Tübinger Organisation "Terre de Femmes- Menschenrechte für die Frau e.V." sehr nahe, einer Organisation, die mit Vorträgen und Kampagnen über die Menschenrechtsverletzungen an Frauen aufklärt - u.a. über Zwangsheirat, Mädchenbeschneidung - teilweise werden die Schamlippen von Frauen mit einer alten Glasscherbe entfernt-, über Zwangsprostitution u.a. mehr.

Ich verneige mich vor dem Mut dieser wunderbaren Frau, die sich trotz vieler Widrigkeiten nun schon seit Jahren für die Wahrung der Menschenrechte einsetzt.

Ein empfehlenswertes Buch, das an die Mitmenschlichkeit appelliert.







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