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Rezension:Alles Liebe

Wann ist ein Mann ein guter Liebhaber?
Wunderschöne Anleitungen, Ideen und Tipps zur gegenseitigen Steigerungen der Lust. Gerti Senger schreibt in diesem lesenswerten Buch über Themen wie

Das Hohelied vom Glied

Die Frau ohne Unterleib

Und ewig blockt das Weib

Erotisches Hairstyling

Sex im Duett

Wer will mich

Wünsch Dir was

Flaute im Bett

Fetischismus für Anfänger

Die dritte Dimension der Lust

Schon wieder der Falsche

Die 66 Kapitel erhellen und lösen Normales, Verrücktes, Alltägliches, Ungefragtes und wollen dazu beitragen Inseln der Lust, Plätze der Normalität zu schaffen für die schönste Hauptsache der Welt. Gerti Senger möchte der "flauen Wurstelei" abhelfen und beschreibt z.B. im Tipp 42, wie man die Flaute im Bett überwindet. Lust darf nicht auf dem Terminkalender stehen, sondern muss en passant, durch liebevolles, respektvolles Verhalten immer neu entfacht werden, eher zufällig und als Ergebnis aus Zärtlichkeiten.

Im Kapitel "Schon wieder der Falsche" beschreibt die Autorin, dass man sich keine Problemlösungen von wechselnden Partnern erhoffen darf, sondern nur über die Heilung der eigenen verletzten Seele.
"Meine Frau ist im Bett stumm wie ein Fisch", klagt ein Ehemann. Frau Senger rät hier zu deutlichen Rückmeldungen wie Stöhnen, Reden (verlängert Liebesspiel) und Zustimmungen, Lob und Kommunikation. Warum nur ist es in den Betten so ruhig? Seien Sie enthemmt, lassen Sie die Nachbarn mithören, nichts ist befreiender und für Ihren Partner/in anregender.

Ganz am Anfang empfiehlt die Psychotherapeutin Dr. Gerti Singer, mal wieder einen Liebesbrief zu schreiben, auf echtem Papier (bloß kein E-mail), um damit Gefühle, Phantasie und Lust auf die Reise zu schicken. Bloß keine literarischen Vorlagen verwenden, die eigenen Emotionen erhören und in die eigene Form gießen.

Schon in der Schule sollte das Kennenlernen eigener Sexualität auf dem Stundenplan stehen, um die Lebensfreude, Kraft und inneren Frieden zu fördern. Viele stummen Probleme heutiger Partnerschaften gäbe es nicht, wenn man schon früh mit Tantra Praktiken vertraut würde und nicht alles dem stummen Gefühl des "die Liebe wird's schon richten" überlassen würde. Dazu gehören auch einfachste Streichelübungen, Massagen und Meditationsübungen zur Steigerung der Sensitivität.

 
Die amerikanische Sexualtherapeutin Helen Singer-Kaplan empfiehlt Frauen mit Konzentrationsstörungen das Lesen erotischer LIteratur. Wer sich auf sexuelle Darstellungen konzentriert, kann nicht gleichzeitig an die große Wäsche denken. Das Liebesspiel sollte nach Senger mit dem Betrachten illustrierter Liebeshandbücher beginnen.


Jede Frau sollte sich in ihren Augen als Göttin sehen, dann wird sie es auch für andere. Dazu gehört selbst-bewusster Sex und lustvoller Umgang mit dem eigenen Körper, Vertrauen und Offenheit, Kommunikation und gegenseitige Kreativität. Wie wahr!

 
Ach ja, meine Herren. Was zeichnet einen guten Liebhaber aus? Es ist die erotische Kultur jenseits egoistischer Vorstellungen. Man muss mit Gesten, Blicken und vor allem Worten Stimmungen erzeugen, in denen Lust wachsen kann. Kein stumpfer Roboter, sondern ein Meister ganzheitlicher Erotik, diese Herren sind gefragt. Er küsst den ganzen Körper der Dame, er weiß, dass die Achselhöhlen duften, die Ohren Eingänge haben, Fesseln fesseln können etc. etc.

Ein lesenwerter, lebensbejahender, anregender Ratgeber.







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