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Rezension: Das Polit-Panoptikum. Ungehöriges zur Lage der Nation (Broschiert)

Der Satiriker Dr.Peter Zudeick lässt die Ereignisse dieses Jahres Revue passieren.  Rezension , geschrieben 2006

Was hat sich zugetragen in Politik, Wirtschaft, Sport und auf dem spiegelglatten gesellschaftlichen Parkett hierzulande?

Spitzzüngig bringt der Autor seinen Lesern nahe, wie unlogisch und situativ all die Protagonisten daherschwadronieren aber leider auch handeln und entlarvt durch welche Persönlichkeitsdefizite sie bei all ihrem Tun eigentlich motiviert sind.

Zudeick empfiehlt Gerhard Schröder, der neuerdings " den Russen beim Gasgeben behilflich ist" als Auftaktsreferat für seinen Job als Vortragsreisender das Thema ." Wie ich mal Unzucht mit der deutschen Verfassung trieb und dafür auch noch belohnt wurde". Dieser Exbundeskanzler ist für den Autor ein wahrer Imagemeister, der selbst seine Ehe- und Currywurstprobleme geschickt zu vermarkten versteht.

Die Bundeskanzlerin hält der Autor für eine deutsche " Poison-Ivy " und orakelt , man möge ihr bloß nicht zu dicht auf die Pelle rücken, weil dies das eigene Ende bedeuten könne.

Auch lässt Zudeick den Leser wissen, weshalb Edmund Stoiber der ungekrönte Weltmeister der Sprachverschwurbelungen ist und weshalb sich dessen Begeisterung aufgrund Benedettos Besuch in Bayern offenbar in Grenzen hielt.

Arnulf Baring und dessen Migrationsbetrachtungen stehen im Fokus des Satirikers , aber auch die holperhaften Tanzversuche von Frau Simonis.

Über die Diäten der Abgeordneten und das neue Berliner Landrecht liest man Schräges , noch Schrägeres über den " Gesundheitsgipfel" und nicht mehr zu Übertreffendes über das Imponiergehabe des Exaußenministers Fischer.

Buschs Auftritte in Mainz und Stralsund werden miteinander verglichen und thematisiert und dabei des Präsidenten " Testosteron-Gegockele" unter die Lupe genommen.Am Beispiel Stralsunds führt Zudeick vor, wie man eine Stadt durchaus auch von innen belagern kann.

Die Fußballweltmeisterschaft wird ironisch aufs Korn genommen aber auch die diesjährige Götterdämmerung in Bayreuth. Auch nicht ausgespart bleiben die Erinnerungslücken von Günther Grass und der Heimchen - und Herd -Stumpfsinn" von Eva Hermann, die sich , so Zudeick das Prinzip " Dumm kommt gut" auf die Fahnen geschrieben hat.

Verstanden habe ich nicht, weshalb Eva Hermann und Alice Schwarzer " ungefähr vom gleichen Kaliber sein sollen".Will aber hoffen, dass Zudeick hier nur die Meinung von Männerbünden persifliert und sich nicht versehentlich als knorziger Altachtundsechziger outet.

Schirrmacher wird vom Autor als geistiger Vater von Frau Hermann gesehen. Diese Sichtweise begründet der Autor natürlich subtil.

Neben dem "Idomeneoskandal" in diesem Herbst und der allmählichen Vergreisung der Rockmusikerszene beobachtet Zudeick noch viele andere Ereignisse und Akteure.

Weil er alles ironisch präsentiert, bringt er natürlich viel Wahres nach außen.

Für die Zukunft prognostiziert Dr. Zudeick die " Merkel-Festwochen" . Was man darunter zu verstehen hat , können Sie im Buch nachlesen.

Lieber Dr. Zudeick, für dieses drohende Ereignis wünsche ich Ihnen schon jetzt einen Platz an der Seite von Frau Angela, damit Sie als Chronist der dritten Art auch alles schön zu Papier bringen können. Wickeln Sie sich vorab aber in Alufolie ein, damit " Poison-Ivy " Ihnen nichts anhaben kann!

Sie werden noch gebraucht.

Empfehlenswert.

Rezension Helga König















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