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Rezension:Hören Sie auf zu rennen: Was Manager von Hase & Igel lernen können

Wege zu ökonomischer Vernunft.

Das Autorenteam Dr. Nadja Rossmann und Paul J. Kothes hat sich bei den Gebrüdern Grimm umgetan und dort bei der Geschichte vom Hasen und Igel Anleihen genommen.

Worin liegen die tieferen Ursachen immer wiederkehrender Managementfehler?

Welche Strategien sollten bevorzugt werden, um langfristige wirtschaftliche Erfolge zu erzielen?

Die beiden Autoren sind Vertreter ganzheitlichen Denkens. Aus dieser Sicht heraus haben sie ihr Erfolgsprogramm für Führungskräfte entwickelt.

Wer sich als Manager wie der Hase in Grimms Märchen verhält und ohne kritische Selbstdistanz unrealistischen Zielvorgaben hinterher hechelt, wird feststellen müssen, dass dieses Verhalten keineswegs zwingend zu den ersehnten Wettbewerbsvorteilen führen muss.

Sichtbares Indiz ökonomischer Unvernunft sind Burn-Out, Herzinfarkt und andere Krankheiten.

Es wird empfohlen neben der mentalen auch die emotionale und spirituelle Intelligenz zu aktivieren und zukünftig ein lebenskluges Hasen&Igel-Verhalten an den Tag zu legen.

Unternehmerisches Geschick ist stets eine Melange aus Beharrlichkeit und der Bereitschaft unter Umständen rasch einen erforderlichen Kurswechsel vorzunehmen.

Flexiblität im Denken und Handeln ist demnach die oberste Maxime!

Unklug ist, wer sich von vermeintlichen Zwängen vereinnahmen lässt und das Marktgeschehen nicht mit innerer Distanz beobachtet.

Wenig Weitsicht beweist derjenige, der nur die Zahlen im Blick hat und bereit ist Mitarbeitern untragbare Modelle überzustülpen, die sich vermeintlich günstig auf die Zahlen auswirken.

Wenn ein Unternehmen erfolgreich sein möchte, benötigt es die Unterstützung seiner Mitarbeiter. Ihnen muss glaubhaft einen Weg eröffnet werden, der sie veranlasst sich wirklich mit der Firma zu identifizieren.

Untersuchungen zeigen, dass der Unternehmensgewinn in dem Maße geringer wird, wie die Zwänge sich auf die Mitarbeiter erhöhen. Verweigerung und subtiler Boykott sind die Konsequenzen aus dem Mangel an kooperativer Zielentwicklung.

Die Autoren mahnen visionäres Denken an und raten Unternehmensprobleme nicht unbedingt sofort zu lösen, sondern sich stattdessen Zeit zu nehmen.

Wer sich Zeit nimmt, bezieht in seine Problemlösungsstrategien immer auch " unbewusste Ressourcen, ja sogar das gesamte kulturelle Wissen" mit ein und wird auch dann , wenn ihm sponatan keine Idee zufällt, zu akzeptablen Ergebnissen gelangen.

Intuition, so die Autoren, sei oft ein besserer Wegweiser als die übliche ,starre Zielplanung.

Die Zeit möge man loslassen und sich davor hüten einem imaginären Soll hinterher zu hechten. Wer schöpferisch tätig sein möchte, benötigt hierzu genügend Eigenzeit.

Die Autoren verdeutlichen , dass permanente Überforderung sowie übermäßige Kontrolle zu höheren Fehlzeiten und schließlich zur inneren Kündigung führt.

Wenig selbst reflektierende Manager neigen zum Überheblichkeits-Wahn-Syndrom. " Verantwortung für andere" dürfe nicht mit der "Macht über andere" verwechselt werden. Die Beratungsgesellschaft "Ernst&Young" hat herausgefunden, dass in erfolgreichen Firmen sich der Chef stets besonders ernsthaft mit seinen Mitarbeitern beschäftigt und dafür mehr Zeit aufwendet als für repräsentative Belange.

Die Autoren warnen davor Druck nach unten durchzureichen, weil die daraus resultierenden Ängste bei den Mitarbeitern aller Hierarchieebenen zu einem wirtschaftlichen Schaden von jährlich mindestens 50 Milliarden Euro bundesweit führen.

Wer sich unterordnet, schneidet sich die innere Quelle ab!

Kreative Energie kann nicht fließen, wenn man den Blick zu sehr auf das eigene Ego lenkt. Die Autoren empfehlen von daher Egoismen zu überdenken und die Folgen egomanischer Perfektionssucht zu reflektieren. Qualitätsansprüche dürfen nicht mit Detailwut verwechselt werden.

Rosmann und Kohtes belegen all ihre Thesen mit realen Beispielen aus der Wirtschaft und machen begreifbar, dass Erfolg immer einhergeht mit einem für alle wahrnehmbaren speziellen Spirit in einem Unternehmen.

In insgesamt acht Experimenten versuchen die Autoren den Lesern dahingehend die Augen zu öffnen, welche Wege man gehen soll, um als Führungsperson das innere Gleichgewicht zu behalten, dabei aber durchaus pekuniär erfolgreiches Management zu betreiben und den dafür nötigen Spirit- nach allen Seiten ausgewogen - zu fördern.

Ein interessantes Buch, das hoffentlich zum Umdenken des ein oder anderen Managers führt.

Empfehlenswert.






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