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Rezension: Mallorca: Küche, Gastlichkeit und Lebensfreude (Gebundene Ausgabe)

Das Autorenteam Meuth/ Neuner-Duttenhofer befasst sich in diesem Buch mit den Schönheiten dieser Insel abseits vom Massentourismus sowie auf Distanz gehend zur "geldorientierten, durchschnittsgläubigen, wertefressenden, verspießerten und phantasielosen Weltgesellschaft, die dort, wo viel Geld ist- also auf Mallorca - auch noch korrupt ist" (Zitat S. 15)

Beklagt wird die rücksichtslose Vermarktung dessen, was den Charakter von Mallorca ausmacht und es wird darauf aufmerksam gemacht, dass es Orte und Plätze gibt, wo man mit viel Feingefühl beginnt, neue Wege einzuschlagen und dabei ökologischen Bemühungen nachhaltig Raum verschafft, sich zu entfalten.

Natürlich wird von Chopin und George Sand berichtet und dem Ort Valldemossa, wo das berühmte Paar sich einen Winter lang aufhielt. Auch das Künstlerdorf Deia gerät in den Fokus der Autoren. Dort hat man Gelegenheit sich in schönen ruhigen Hotels verwöhnen zu lassen. Soller, ein weiterer eindrucksvoller Ort, ist nicht zuletzt wegen seiner Orangenhaine bekannt. Inmitten einer Plantage, in einem ehemaligen Landhaus, kann man sich augenscheinlich wie im Paradies fühlen. Die Fotos lassen keinen anderen Schluss zu. Landschaftlich hat die Insel Atemberaubendes zu bieten, so etwa Felsenlandschaften und Serpentinen, als auch Badebuchten mit klarestem Wasser, wenn man den Bilder hier glauben schenken darf. Interessant auch das Kloster Lluc, welches auf die Templer zurückzuführen ist.

Die Weine der Insel scheinen geschmacklich noch weit vom Zenit entfernt zu sein, hier sehen die Autoren einen ähnlichen Handlungsbedarf, wie beim Olivenöl. Hervorragend allerdings ist die malloqinische Fleischküche, weil für die Bewohner des Eilandes über Jahrhunderte das Fischen tabu war - aus nicht unbegründeter Furcht vor Piraten. Stattdessen ernährt man sich seit Generationen von Schweinen und kultivierte entsprechende Rezepte, von denen ausgiebig die Rede ist. Über das Geheimnis wohlschmeckender Kapern, als auch über Tortillas, Gambas und über den traditionellen Imbiss "Pa amb Oli", sowie die "Empanadas" gibt es viel zu berichten und erfreulicherweise wird mit einem leckeren Sangria-Rezept aufgewartet:(Saft von 4 Orangen und 2 Zitronen, 3 ganze Orangen in dünnen Scheiben und eine Flasche Rotwein in einen Krug füllen, 10 Eiswürfel dazu. Mit einem Schuß Brandy und Zucker würzen.)

Da ich noch nicht auf dieser Insel war, kann ich die vielen Bilder insofern unbeeinflusst auf mich wirken lassen. Abseits der Touristenhochburgen und der Neureichenwelt von Port d Antratx, scheint es dort tatsächlich schön zu sein.
Ein wirklich gelungenes Buch, das nach einem Krug Sangria immer schöner und schöner wird.























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