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Rezension: Zwei im Sinn- Bettina Steinbauer

Bettina Steinbauer legt mit " Zwei im Sinn" ihren Erstlingsroman vor. Um zu dokumentieren, wie gut diese Schriftstellerin schreiben kann, möchte ich meiner Rezension eine Textpassage aus dem Buch voranstellen.

" Wenn uns im Leben die Liebe begegnet, nicht irgendeine Liebe, sondern jene, von der wir erschreckt glauben, dass ihr Verlust uns jeden lebensspendenden Sinn rauben werde, und wenn wir solche Sätze nicht mehr im Konjunktiv denken und aller Hoffnung beraubt sind, fragen wir uns, wer oder was wir vorher waren, vor dieser Liebe, die uns zu einem anderen Menschen gemacht hat. Wenn wir uns bemühen, darüber eine Aussage zu treffen, werden wir zwangsläufig vergleichen und dabei feststellen, dass uns auch vorher alle Farben menschlicher Empfindungen bekannt waren. Nur unser Schritt war fester und sicherer. Plötzlich sind wir verwundbar, wir haben etwas zu verlieren, von dem wir vorher nicht wussten, wie groß es sein kann, und es scheint dieses mehr zu sein, das dem Vergangenen seine Bedeutung nimmt."

In diesem Buch begegnet die Ich-Erzähler Klara ihrem Herzen - Du. Hier ist von der großen Liebe die Rede, die an keiner Stelle des Romans rosa wolkig, sondern immer reflektiert und verhalten dargestellt wird. Was sich zwischen Klara und Arthur emotional ereignet, verlangt nach Raum, diesen allerdings sind beide nur bedingt bereit zuzulassen.

Dies hängt mit dem Alter und den Verpflichtungen der Protagonisten zusammen.

Klara ist berufstätig, Mutter von drei Kindern und lebt von ihrem Ehemann getrennt, Arthur ist verheiratet und Vater von vier Kindern aus zwei Ehen.

Die Liebenden lernen sich auf einem Kongress kennen, dort referiert Arthur als Professor für Physik. Arthur und Klara gehen miteinander essen, plaudern angeregt, haben einen intensiven Draht zueinander. Arthur versteckt sich ein wenig hinter seiner Intellektualität, nichts Ungewöhnliches für einen Mann seiner Wesensart.

Die beiden kommen sich körperlich näher und leben in der Folge ihre erotischen Träume miteinander aus. Das was sich zwischen den beiden ereignet ist mehr als nur eine sexuelle Affäre, denn hier kommen sich zwei Seelen empfindlich nahe. Beiden ist klar, dass ihre Beziehung ihr eigentliches Leben nicht verändern soll und so schreiben sie sich in den Zeiten, wo sie örtlich voneinander getrennt sind, kleine SMS-Botschaften: " Balzac hat gesagt, Einsamkeit sei schön, dass aber jemand da sein müsse, der einem sage, dass Einsamkeit schön sei- meine Einsamkeit ist schön. Umarme Dich zärtlich, Arthur."

Klara hinterfragt diese Beziehung immer wieder. Begriffe wie Liebesschmerz sind ihr nicht fremd.

Was passiert, wenn man der großen Liebe den angemessenen Raum verweigert?

Empfehlenswert.









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