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Rezension:Fuhrmann Henschel: Schauspiel in Funf Akten (1906) (Taschenbuch)

"Bewunderung, die man erfährt, macht klein, Geringschätzung groß." ( Hauptmann)


Dieses Schauspiel von Gerhard Hauptmann ist in einem schlesischen Badeort angesiedelt. In gewisser Beziehung kann man es als Gegenstück zu den Webern, die gleichfalls in Schlesien spielen. Formiert sich dort naturalistische Milieuschilderung zu revolutionären Handlung, indem die Weber kollektiv aus ihrem Elend ausbrechen wollen, so versinkt das Individuum Hentschel im aussichtlosen Milieu seiner Kellerwohnung.

Als sei der Held inmitten der langatmigen Szenenbeschreibung lahm geworden, die seine Umgebung festhalten, so schleppt er, stets langsamer werdend, seine Schritte hinaus und herein. Wie unter einem Fatum stirbt die erste Frau und betrügt ihn die zweite. Gleichwohl wächst der Fuhrmann, den seine Umgebung zu erdrücken scheint, über sich hinaus.
Ihm fehlen nicht die Körperkräfte, sich seiner Gegner zu erwehren. Häufig steht die Handlung auf dem Punkt, dass er blaurot im Gesicht ausbrechen könnte in Wutraserei. Die Personen um ihn herum fürchten diesen Ausbruch, aber er kommt nicht. Langsam erstickt dieser Mann an sich selbst, der die anderen hätte totschlagen können.

Ein ohnmächtiger Charakter, der an gebrochene Versprechen glaubt, lässt die Macht seiner Umgebung zur Höhe eines Fatums aufsteigen. Dieses Drama erinnert beinahe an eine griechische Tragödie.






























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