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Rezension:Die Verlobung in St. Domingo / Das Bettelweib von Locarno / Der Findling (Taschenbuch)

 "Die Verlobung in St. Domingo" hat die Französische Revolution bzw. den Negeraufstand in Haiti zum Hintergrund. Vertrauen und Mißtrauen bestehen gegeneinander, beschränktes Gefühl und unbeschränkte Erkenntnis. Die tragische Lösung dokumentiert letztlich die Ohnmacht der einzelnen, die gesellschaftlichen Gegensätze zu überbrücken.

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"Das Bettelweib von Locarno" ist eher eine anekdotische Erzählung. Sie trägt alle Züge der Schauerromantik. Thema ist die Verfehlung eines Machese, der ein Bettelweib aufjagt, damit diese gegen das Gebot der Nächstenliebe verstößt. Der Spuk tritt gewissermaßen als rächende Instanz ein. Die in der Phantastik hervortretende Gegenwelt wird als vollkommen real in ihren Auswirkungen begriffen.

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" Der Findling" entwickelt einige zentrale Merkmale des Dichters: die bloß durch Betrug zu täuschende Gefühlssicherheit der Frau, die zerstörerisch rasende Selbstsucht des Nicolo, die Korruptheit der Geistlichen und der Regierung, wie auch die Unbeugsamkeit des betrogenen Piachi.

Die Handlung wird ausgelöst durch den geheimen, schwärmerischen Liebeskult der Elvire für einen bei ihrer Rettung gestorbenen, jungen Ritter. Dies bildet die schwache Stelle in ihrer Ehe wie in ihrer gesellschaftlichen Position. "Der Findling" könnte so vor einer insgeheim offenen Ehe warnen wollen.

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