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Rezension:Tag für Tag zur Mitte finden: Lesebuch durch das Jahr (HERDER spektrum) (Taschenbuch)

Die klugen Gedanken Dalai Lamas beeindrucken mich immer wieder. Es ist lohnenswert über jeden einzelnen Gedanken, den man im vorliegenden Buch findet, zu meditieren und mit anderen darüber zu sprechen. Jeden Tag ( er ordnet jede Sentenz einem Kalendertag zu) sollte man einen dieser zutiefst humanistischen Sätze voller Weisheit und Spiritualität auf sich wirken lassen und versuchen daraus Erkenntnisse für das eigene Leben zu ziehen.

Der große Denker des Ostens hat für sich herausgefunden, dass die höchste innere Ruhe sich aus der Entwicklung von Liebe und Mitgefühl ergibt. Er verdeutlicht uns, dass unser eigenes Wohlbefinden umso größer wird, je mehr wir uns um das Glück anderer sorgen. Geist und Seele werden durch ein warmes Gefühl der Nähe zu unseren Mitmenschen in Ruhe und Ausgeglichenheit versetzt. Ruhe und Ausgeglichenheit sind die entscheidende Quelle für ein erfolgreiches Leben. In vielen seiner Sentenzen kommt genau dies zum Ausdruck.

Immer wieder richten sich Dalai Lamas Worte gegen den Zorn, vor dem er zu Recht warnt.
Werden Menschen zornig, verlieren sie jeden Sinn für Glück. Im Moment der Wut werden selbst die schönsten Gesichter hässlich und das körperliche Wohlbefinden verschlechtert sich. Zorn lässt Menschen früher altern und macht Menschen krank, erklärt der Dalai Lama, denn es schwinden Glück, Frieden und innere Ruhe, weil man seine Mitmenschen nicht mehr wertschätzen kann.

Für den Dalai Lama sind Nächstenliebe, Mitgefühl und Vergebung keine religiösen Angelegenheiten. Er unterstreicht, dass es von einem eingeschränkten Verständnis zeugt diese moralischen Fragen nur im Rahmen des religiösen Glaubens behandeln zu wollen. Ich stimme ihm, wie in so vielen seiner Reflektionen auch hier absolut zu.

Der Friedensnobelpreisträger weiß, dass sich für Menschen, die die Fähigkeit zur Liebe verloren haben und ihre Mitmenschen nur noch als Feinde sehen viel Leid und Verwirrung für ihre Seelen ergibt, ganz unabhängig davon über wie viel Bildung, Wissen und materiellen Besitz sie verfügen.
Der Buddhist hat nur eine Bitte, dass man dem Grundsatz der Liebe im Leben folgt.

Ich erlaube mir drei Sentenzen Dalai Lamas, die mir besonders gut gefallen, zu zitieren:

" Statt unglücklich und von Hass erfüllt zu sein, sollten wir uns am Glück anderer erfreuen."

" Wenn ein Mensch niemals Liebe von seinen Mitmenschen erfahren hat, ist er sehr traurig. Wenn allerdings dieser Mensch auch nur einem Menschen begegnet, der bedingungslose Liebe - einfache Annahme der Person und Mitgefühl - zeigt, und wenn dieser Mensch weiß und fühlt, dass diese Zuneigung und Liebe des anderen Menschen ihm zugedacht ist, dann hat dies zweifellos eine Wirkung, die jeder Mensch wertschätzen wird. Weil auch in diesem betreffenden Menschen ein Same der Menschlichkeit ist, wird die von einem anderen Menschen erfahrende Liebe den Samen öffnen, aufgehen und reifen lassen."

" Wenn ich mit einem mir noch unbekannten Menschen zusammentreffe, dann achte ich weniger darauf, welche Stellung er innehat, ob er reich ist oder arm. Für mich zählen sein Gesichtsausdruck und sein Lächeln, sein Blick. Das sagt mehr über einen Menschen aus als alles, was in seinem Pass vermerkt ist."

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