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Miro: Theatre of Dreams - Art Documentary DVD ~ Robin Lough

Ein großer Künstler und sehr sympathischer Mensch

Diese DVD-Dokumentation befasst sich mit dem Leben und Werk des spanischen Malers, Grafikers und Bildhauers Joan Miró (1893-1983), der aufbauend auf die katalanische Volkskunst, beeinflusst vom Kubismus und Surrealismus, eine Fülle poetischer Bildzeichen von suggestiver Form - und Farbkraft schuf.

Im Rahmen der Dokumentation werden verschiedene Werke von Miró erklärt und man lernt das Denken des Künstlers ein wenig kennen. Das Dokumentationsmaterial wartet mit einer Reihe von Interviews mit dem Künstler auf. Ich kannte bislang nur seine Kunstwerke, hatte zuvor aber keinen visuellen Eindruck von ihm und bin nun begeistert von der Liebenswürdigkeit dieses Mannes. Miró strahlte viel Herzlichkeit und Sensiblität aus, ein sehr sympathischer Mensch.
Er erzählt von seinen Anfängen und seinem Eintritt in die "Akademie Gali" in Barcelona. Es wird in Berichten darauf hingewiesen, dass ihn die Architektur Gaudis in Barcelona damals sehr beeinflusst hat. 1918 hatte Miró seine erste Einzelausstellung. Ein Jahr später dann lernte er in Paris Picasso kennen. Gezeigt wird Mirós Gemälde "Akt mit Spiegel" von 1919 auch seine " Katalanische Landschaft" von 1923/24, die eine Hommage an seine Heimat ist. Hier sieht man vom Raum losgelöst Symbole des täglichen Lebens. Miros damaliger Stil war die Wende hin zur Auflösung des Gegenständlichen eine frei bewegte Kalligrafie verschiedenster Ideogramme.

Man erfährt, dass Miró 1924 in engem Kontakt mit Pariser Surrealisten und ihrer Ästhetik stand. Diese Kontakte kamen durch seinen Freundschaft mit André Masson zustande.
Miró setzte 1924 seinen Namen unter das erste surrealistische Manifest André Bretons und zeigte 1925 unter dem Patronat der Surrealisten seine neuen Arbeiten. Man erfährt in der Folge Näheres über seine Traumgestalten, die Verdunkelung seiner Bilder durch die aufkommende Kriegsstimmung und seine künstlerische Weiterentwickung in den folgenden Jahrzehnten.

Miró behielt auch Ende der sechziger und Anfang der siebziger Jahre die Bilderschrift von äußerster Prägnanz bei, allerdings reduzierte er sie teilweise radikal auf wenige Formen und monochrome Gründe.

Sehr beeindruckend ist die filmische Darstellung der Theatergruppe "La Calca", die Kostüme tragen, welche wie Symbole auf Mirós Gemälden anmuten.
Ich habe in diesem Jahr einen Kunstband zu Miró gelesen. Die DVD-Dokumentation vervollständigt den Eindruck, den ich von diesem Künstler habe. Miros Werke konnten so unkonventionell werden, weil Miro selbst ein überaus unkonventioneller Zeitgenosse war, mit einer beeindruckend positiven, heiteren Ausstrahlung, die sich in vielen seiner Gemälde wiederspiegelt. Kommentar




Monsieur Rene Magritte - Art Documentary DVD ~ Adrian Maben

"Die Ähnlichkeit - wie sie in der Malerei sichtbar werden kann - bezieht sich nur auf die Formen, die in der Welt vorkommen auf Personen, Vorhänge, Waffen, Sterne, feste Körper, Inschriften, usw. ..., die spontan in eine Ordnung gefügt sind, darin Vertrautes und Fremdes sich zum Mysterium verbinden. Man muss ein Bild der Ähnlichkeiten malen, wenn das Denken in der Welt sichtbar werden soll. ..." ( Zitat: R. Magritte)


Diese DVD-Dokumentation wartet mit einer ganz unglaublichen Fülle von Gemälden des belgischen Künstlers René Magritte (1898-1967) auf, der einer der bedeutendsten Maler des veristischen Surrealismus war.

Die Interviews mit ihm machen deutlich, dass er sich am liebsten in seiner Wohnung aufhielt. Dort malte er im Speisezimmer. Ein Atelier besaß er nicht. Die Interviews machen deutlich, dass er ein sehr reflektierter, humorvoller Mensch war.

Wie man erfährt, verband sich Magritte, der von 1916-18 Schüler der Académie de Beaux- Arts in Brüssel war, 1925 mit seinen Malerfreunden zu einer Gruppe, die parallel zu André Bretons Anhängern in Paris an surrealistischen Programmen arbeitete und gemeinsam seit 1925 in der Brüsseler Galerie "Le Centaure" ausstellte.

Ende der 20er Jahre entwickete Margritte die ihm eigene "Grammatik des Sehens". Er formuliert das wie folgt: "Ich sehe nur das, was jedermann sieht: den Himmel, Bäume, Berge. Ich sehe nichts Unsichtbares wie die Menschen, die Visionen haben."
Das Geheimnisvolle und Magische, das seine Bilder ausstrahlen, scheint in erster Linie offenbar von der gezielten Diskrepanz zwischen formaler Repräsentation und inhaltlicher Aussage auszugehen. Immer wieder kombinierte Magritte reale Gegenstände mit abstrakten Figurationen, Gegenstände und Wörter, die ihrerseits die Identität von Begriff und bezeichnendem Ding verneinen. Wirklich sehr beeindruckend.
In ganzen Serien wird das Verhältnis von Kunst und Nachahmung thematisiert und schließlich auch die Wechselbeziehung zwischen Außen- und Innenraum, Einblick und Ausblick aus dem Fenster unter Vertauschung von Nahsicht und Fernsicht.

Mich faszniert, dass Magritte jede Illusion und vordergründige Ähnlichkeit der Dinge untereinander negiert und auf diese Weise eine eigenständige Antwort auf das Infragestellen der sichtbaren Realität gibt. Ein ganz großer Künstler.