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Rezension: Die Ballade von der großen Liebe von Jimmy Liao

"Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. " ( Antoine de Saint -Exupery),

Jimmy Liao, der in Taipeh, Taiwan, Kunst studiert hat, erzählt in seinen hübschen Aquarellen die Liebesgeschichte eines jungen Geigers und einer Romanübersetzerin, die beide im gleichen alten Mietshaus wohnen, einsam sind und sich dort nie begegnen.

Er fühlt sich mitunter hilflos und schwach, ihr erscheint das Leben manchmal sinnlos. " Doch - das Leben ist voll glücklicher Zufälle, und wer weiß, vielleicht können auch parallele Linien sich kreuzen", liest man in einem kleinen Text, bevor die beiden sich, wie die Bilder verdeutlichen, endlich finden und es so scheint, als hätten sie sich schon immer gekannt.

Das frisch verliebte Paar verbringt glückliche Stunden miteinander und tauscht bei heftigem Regen Telefonnummern aus . Dann gehen beide in unterschiedlichen Richtungen davon.

Man sieht wie sie sich auf das erste gemeinsame Telefonat freuen. Leider jedoch hat der Regen die Telefonnummern verwischt. Ein Kontakt ist nicht herstellbar.

Die Verliebten beginnen sich nacheinander zu sehnen und hoffen auf den Zufall. Monat für Monat denken sie aneinander. Sie können sich nicht vergessen. Ein ganzes Jahr vergeht.

Wird der Zufall sie erneut zusammenführen?

Die poetisch anmutenden Aquarelle sind primär in zarten Blautönen gehalten, mit weiteren Farben wird zumeist sehr sparsam umgegangen.

Generell werden durch die gewählten Farbkombinationen beim Betrachter unterschiedliche Stimmungen freigesetzt. Farbpychologisch bemerkenswert.

Dies ist ein Buch für unglücklich Verliebte, die darauf hoffen, dass sich ihr Schicksal zu Guten wenden wird, aber auch ein Buch für Freunde liebenswerter Illustrationen, die einem schön gemalten Wolkenverlauf und dergleichen etwas abgewinnen können.....

Jimmy Liao hat sich in seiner Bildergeschichte von nachstehendem Gedicht der polnischen Nobelpreisträgerin Wislawa Szyborska inpirieren lassen.

Liebe auf den ersten Blick






" Beide sind überzeugt,

sie habe ein persönliches Gefühl vereint.

Schön ist diese Gewissheit,

doch Ungewissheit ist schöner."






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