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Rezension:Mekong: Der Fluss und seine Menschen von Lam Duc Hien

Am Ende der Welt nimmt der Mekong seinen Anfang.,
Der Mekong ist ein Strom in China und Südostasien. Er ist rund 4500 km lang und entspringt im Hochland von Tibet, durchfließt die südchinesische Provinz Yunnan, bildet die Grenze von Birma und Laos, durchfließt Kambodscha und mündet mit einem über 70 000 Quadratkilometer großen Delta im südlichen Vietnam in das südchinesische Meer.
Der Autor Philippe Franchini und der Fotograf Lam Duc Hien nehmen den Leser mit auf eine Flussfahrt durch Vietnam, Kambodscha, Laos, Yunnan und Tibet und bringen ihm durch hochinformative Texte und eine Fülle eindrucksvoller Fotografien die Landschaften entlang des Mekong und die dort lebenden Menschen nahe.

Der Mekong ist Asiens drittgrößter Fluss. Er entspringt in den Bergen Tibets auf 5000 Metern Höhe. Als Migrationsachse berichtet dieser Fluss eine lange, ereignisreiche Geschichte.

Alle Menschen, die am Mekong leben sind allerdings von einer gemeinsamen kulturellen Basis geprägt: Sie stammen in erster Linie von indischen und chinesischen Zuwanderern ab.

Mit dem Namen, welche Menschen unterschiedlicher Herkunft dem Mekong geben, bekunden sie ihre unterschiedliche Beziehung zum Fluss. Darüber berichtet der Autor ausführlich.

Man liest in der Folge von der Flussfahrt in Vietnam und dort zunächst von Saigon nach Can Tho. Thematisiert werden Dschunken, Fähren und schwimmende Märkte. Saigon war einst eine Kolonialstadt, die durch ihren Hafen eine große Strahlkraft besaß. Sie war in erster Linie von Europäern bewohnt, daneben gab es allerdings auch chinesische, indische und malaiische Enklaven. Die meisten Vietnamesen bewohnten die Randbezirke.

Man liest von dem Delta und den neun Mündungen des Flusses, von dem Fischgehege an der Mekong-Mündung und man wird über die 7000 Vegetationsarten im Delta aufgeklärt, an deren Spitze der Reis und der Bambus stehen.

Thematisiert wir das vietnamesische Dorf zwischen Tradition und Moderne. Die vietnamesische Gesellschaft basiert auf Familie und dörflicher Solidarität. Offensichtlich hat diese Kultur der Verstädterung widerstanden.

Die Halbinsel Ca Mau wird vorgestellt und der Süden Vietnams, der die Region vieler unterschiedlicher Völker ist. Beeindruckend sind die Bilder der Menschen dort, wie überhaupt die vielen Portäts von Menschen in diesem Buch sehr fazinierend sind.

Kambodscha und das wohltätige Wirken des Wassers in diesem Land kommen zur Sprache. Die Wasserfülle zu Hochwasserzeiten sorgt für die Fruchtbarkeit der Böden in den Uferzonen, weil sich auf den überfluteten Gebieten Schlamm ablagert.

Man liest über die monumentale Tempelstadt Ankor Wat, die im 12. Jahrhundert erbaut wurde und die man zunächst Vishnu, dann aber Buddha weihte und erhält historische Informationen zum Ankorreich.

Zur Sprache kommt die Roten-Kmer-Hölle, Zigtausende von Konterevolutionären wurden im Internierungslager von Tuol Sieng vor ihrer Hinrichtung verhört und gefoltert. Nach dem Sturz des Schreckensregimes fand man nur noch sieben Überlebende.

Das harte Leben der Schröpfer in den Kautschukplantagen Kambodschas wird nicht vergessen aufzuzeigen, bevor man das Meer von Laos und die " Viertausend Inseln " kennenlernt. Bei Si Phan in der Provinz Champassak an der Grenze zwischen Laos und Kambodscha ist das Wasser des Mekong zu Hochwasserzeiten Furcht einflößend.

Man lernt die Hauptstadt von Laos, Vientiane näher kennen. Sie wurde in der einzigen Region erbaut, in der eine dichte Besiedlung überhaupt möglich ist. Diese Stadt dehnt sich längs des Mekong aus. Des weiteren lernt man Luang Prabang, die Stadt der goldenen Buddhas kennen und wird mit eine Fülle wundervoller Fotos konfrontiert u.a. sieht man auf einer Doppelseite buddhistische Mönche bei ihrem Sonntagsspaziergang zum Tad-Khung-Xi-Wasserfall. Sehr beeindruckend.

Dem goldenen Dreieck am Oberlauf des Mekong und den dortigen Opiumberge wird ein Kapitel gewidmet. Auf einem wiederum doppelseitigen Foto sieht man eine Schamanin und ihre Novizin Opium rauchen, vermutlich aus rituellen Motiven.

Im letzten Kapitel wird der Mekong in Yunnan und Tibet beleuchtet. Man lernt die Terrassenfelder in Yunnan kennen. Dort wird Reis angebaut. Anschließend darf man sich eines interessanten Berichtes über Tibet, vor allem aber zauberhafter Bilder erfreuen. Diese Bilder erscheinen wirklich wie von einer anderen Welt. Dort irgendwo befindet sich die Quelle des Mekong. Der Sauerstoff in diesen Höhenlagen ist knapp und die Farben der Gebirgslandschaft beschränken sich auf das Weiß der schneebedeckten Berge und das Grau der Felsen, indessen der Himmel von Nebelschleiern durchzogen ist. Hier am Ende der Welt nimmt der Mekong seinen Anfang...

Ein tolles Buch.








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