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Rezension: Abgespeist Thilo Bode

Der Verbraucher muss nicht bis ans Ende seiner Tage der Dumme sein.

Thilo Bode, Gründer der Verbraucherrechtsorganisation " foodwatch " möchte mit seinem Buch aufzeigen" wie wir beim Essen betrogen werden und was wir dagegen tun können.

Gleich zu Anfang stellt er klar, dass der Lebensmittelmarkt den Interessen der Nahrungsmittelindustrie und nicht des Kunden dient und begründet dies nachhaltig.

Er verdeutlicht mit welchen Methoden in Supermärkten der arglose Kunde manipuliert wird und konstatiert, dass man als Verbraucher " in Marktforschungen ausgehorcht und perfekt durchgescannt ist ". Man wird getäuscht und verführt und ist am Ende schließlich der Dumme.

Bode zeigt u.a. die Täuschungsversuche in der Getränkeabteilung des Supermarktes und erklärt Begriffe wie , " naturidentisch " und " natürlich " , wenn es um die Konsistenz von Säften geht. Was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff " Fruchtnektar "? Was ist" Direktsaft "? Anheimelnde Firmennamen wie " Landliebe", " Birkenhof" und " Wiesenhof " werden unter die Lupe genommen. Wer steckt tatsächlich hinter diesen an biologische Kleinbetriebe erinnernde Firmennamen?

Auch erwähnt Bode die über 300 zugelassene E-Stoffe, von denen die Hälfte wegen ihrer gesundheitlichen Auswirkung umstritten ist.

Ein weiteres Thema ist für den Autor der Fleischmarkt, bei dem , wie er schreibt, flächendeckende Missstände vorherrschen. Er verdeutlicht, dass rohe Schlachtabfälle die Ursache für eine Fülle ekelhafter Lebensmittelskandale sind. Schlachtabfälle( Gammelfleisch), werden nicht selten als Gulasch im Restaurant oder im Döner an der Imbissbude verwendet.

Bode hält fest, dass die Fleischbranche zwar nicht mafiös organisiert ist, aber zu mafiösem Handeln einlädt. Er plädiert dafür Aufzucht, Fütterung, Haltung und Rasse zu kennzeichnen und in unterschiedliche , für den Käufer nachvollziehbare, kontrollierte Kategorien einzuteilen. So sollte erkennbar sein, dass ein Rindersteak wirklich von männlichen Rind und nicht wie in Deutschland üblich von einer Milchkuh stammt.

Des Weiteren schreibt der Autor von den Giften in den Lebensmitteln, wie etwa Dioxin, Acrylamid, Uran und Cumarin, welches übrigens das menschliche Erbgut und die Funktion der Leber schädigt , aber dennoch legal als Zimtaroma in Lebensmittelmärkten angeboten wird.

Undurchsichtig ist die Lobby der Landwirtschaft, der Nahrungsmittelindustrie und der Handelskonzerne. Wie sie gegen die Interessen der Verbraucher agieren, macht Bode ebenso klar, wie die Ausplünderung des EU-Agrarsystems, das die Verbraucher ausplündert, die Umwelt verschmutzt und Existenzen in der Dritten Welt vernichtet.

Bode schreibt, dass knapp die Hälfte des Haushaltes der EU die Agrarsubventionen verschlingen. Er konstatiert, wenn die Europäische Union darauf verzichten würde einen kleinen Sektor wie Landwirtschaft mit Milliardenaufwand zu subventionieren, wären die öffentlichen Kassen und damit der Verbraucher weitaus weniger belastet. Der mögliche Verlust, so Bode, von einigen Tausend Arbeitsplätzen in Europa würde wettgemacht durch wirtschaftliche Vorteile, wie eine intaktere Umwelt, Entwicklungschancen für die Dritte Welt und damit auch Vorteile für die europäische Wirtschaft.

Bode plädiert dafür, dass ein Ziel staatlicher Politik darin bestehen muss gute Nahrungsmittel für alle, vorsorgend für die Gesundheit und die Umwelt zu gewährleisten. Er betrachtet die derzeitige Zwei-Klassen-Ernährung als unsozial, wirbt für ein diesbezügliches Umdenken Entscheidungsträger, appelliert an die Schutzpflicht des Staates und fordert , dass der Gesetzgeber zukünftig in erster Linie die Interessen des Verbrauchers und nicht des Anbieters schützt. Aufgabe der Politik , so Bode , ist es u.a. ein marktwirtschaftliches Regelwerk für die Lebensmittelwirtschaft zu schaffen, in dem der Verbraucher die vorrangigste Rolle spielt. Er resümiert, dass man genau dafür kämpfen muss und tut es, indem er durch dieses Buch die Verbraucher über die Missstände aufklärt und hoffentlich viele wachrüttelt.


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